Short read
Brunt und Kollegen von der University of Oregon teilten 20 junge, sitzend lebende Erwachsene, 10 je Gruppe, per Zufall auf acht Wochen passive Hitzetherapie oder eine Scheinbedingung auf; erschienen ist die Arbeit 2016 in The Journal of Physiology. Die Hitzegruppe saß vier- bis fünfmal pro Woche in 40,5 Grad warmem Wasser, bis die rektale Temperatur 60 Minuten lang bei mindestens 38,5 Grad gelegen hatte. Die Scheingruppe saß in thermoneutralem Wasser, mit gleicher Zahl und Dauer der Sitzungen. Die Modalität war ein heißes Wannenbad, keine Sauna.
In der Hitzegruppe stieg die flussvermittelte Gefäßerweiterung von 5,6 auf 10,9 %, in der Scheingruppe veränderte sie sich nicht. Ebenfalls in der Hitzegruppe sank die aortale Pulswellengeschwindigkeit von 7,1 auf 6,1 Meter pro Sekunde, die Carotis-Intima-Media-Dicke von 0,43 auf 0,37 Millimeter und der mittlere arterielle Druck von 83 auf 78 mmHg. Die dynamische Compliance der Oberschenkelarterie ging von 0,06 auf 0,09. Unter der Scheinbedingung trat keine dieser Veränderungen auf. Die Autoren ordnen diese Effekte als gleichwertig oder größer ein als das, was Trainingsstudien bei Inaktiven typischerweise zeigen.
Die Stichprobe ist mit zehn Personen je Gruppe klein und bestand aus jungen, gesunden, inaktiven Teilnehmenden, nicht aus einer Risikogruppe. Das Protokoll mit 60 Minuten erhöhter Kerntemperatur, vier- bis fünfmal pro Woche, ist im Alltag kaum umsetzbar. Weil die Hitze aus einem Wasserbad kam, lassen sich die Ergebnisse nicht auf die finnische Sauna übertragen.
Die Scheinkontrolle hebt die Studie heraus: Mehrere unabhängige Gefäßmarker bewegten sich in der Hitzegruppe in dieselbe Richtung und in der Kontrollgruppe nicht. Gezeigt ist damit eine Reaktion unter Laborbedingungen bei jungen Erwachsenen, keine Routine für andere Menschen.