Short read
Die Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) ist eine prospektive Kohorte in Ostfinnland mit Eingangsuntersuchungen zwischen 1984 und 1989. Laukkanen und Kollegen werteten 2.315 Männer im Alter von 42 bis 60 Jahren aus und beobachteten sie im Median 20,7 Jahre lang. Eingeteilt wurde nach Häufigkeit: 601 Männer saunierten einmal pro Woche, 1.513 zwei- bis dreimal und 201 vier- bis siebenmal. Nur 12 gaben an, gar nicht in die Sauna zu gehen.
Nach Adjustierung für kardiovaskuläre Risikofaktoren lag bei vier- bis siebenmal wöchentlichem Saunieren das relative Risiko für plötzlichen Herztod um 63 % niedriger als bei einem Gang pro Woche, bei einer Hazard Ratio von 0,37. Gegenüber derselben Gruppe lag das relative Risiko für tödliche koronare Herzkrankheit um 48 % niedriger, für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 50 % und für die Gesamtsterblichkeit um 40 %. Auch die Dauer ging mit dem Risiko einher: Gänge über 19 Minuten schnitten günstiger ab als Gänge unter 11 Minuten.
Die Vergleichsgruppe ist das Detail, das in den meisten Zitaten fehlt. Weil fast alle Männer der Kohorte saunierten, vergleicht jede Zahl häufige mit wöchentlicher Nutzung, nie mit gar keiner. Die Studie ist eine Beobachtungsstudie und kann keine Ursache belegen. Sie umfasst nur Männer, nur Ostfinnland und nur die traditionelle finnische Sauna bei rund 79 Grad. Drei veröffentlichte Leserbriefe wiesen auf eine mögliche Scheinkorrelation hin: Wer häufig sauniert, hat womöglich mehr Freizeit, weniger Belastung und eine bessere Ausgangsgesundheit.
Die Richtung war über alle vier Endpunkte hinweg einheitlich. Als mögliche Mechanismen diskutieren die Autoren eine verbesserte Endothelfunktion, einen gesenkten Blutdruck und eine veränderte autonome Balance. Eine Dosis für den Einzelnen lässt sich daraus nicht ableiten, und auf Frauen oder andere Formen von Hitze lassen sich die Befunde ohne weitere Daten nicht übertragen.