Short read
Zaccardi und Kollegen werteten in einer prospektiven Kohortenstudie Daten der Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) aus; erschienen ist die Arbeit 2017 im American Journal of Hypertension. Teilnehmer waren finnische Männer mittleren Alters mit zu Beginn normalem Blutdruck. Die Nachbeobachtung lief über rund zwei Jahrzehnte. Endpunkt war das Neuauftreten einer Hypertonie, nicht die kurzfristige Blutdrucksenkung nach einem Saunagang.
Gemessen an Männern mit einem Saunagang pro Woche ging häufigeres Saunieren mit einem deutlich geringeren Risiko einher, im Verlauf eine Hypertonie zu entwickeln. Wie groß dieser Unterschied ist, nennen bislang nur Sekundärquellen, am Original ist die Zahl noch nicht geprüft. Sie steht deshalb hier nicht.
Die Studie umfasst nur Männer aus derselben finnischen Kohorte wie die Befunde zur Sterblichkeit. Sie ist damit keine unabhängige Bestätigung dieser Ergebnisse, sondern eine weitere Auswertung derselben Daten. Als Beobachtungsstudie zeigt sie einen Zusammenhang, keine Ursache.
Als plausible Mechanismen diskutieren die Autoren die wiederholte Erweiterung der Gefäße, eine verbesserte Endothelfunktion und den Flüssigkeitsverlust über den Schweiß. Der Wert des Befunds liegt im langen Zeitraum: Er ergänzt Daten, die sonst akute Blutdruckveränderungen beschreiben, um eine Perspektive über Jahrzehnte. Dass Saunagänge beim Einzelnen Bluthochdruck verhindern, zeigt er nicht.