Interventionsstudie · 2019

Im Saunagang stieg der Blutdruck, vergleichbar mit 100 Watt Belastung

Der Blutdruck sinkt während des Saunagangs nicht. Er steigt. 25 Minuten Sauna erzeugten eine Herz-Kreislauf-Belastung, die etwa 100 Watt auf dem Fahrrad entspricht. Der Abfall kommt danach.

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Sascha Ketelhut und Reinhard Ketelhut von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Medical Center Berlin veröffentlichten diese Studie 2019 in Complementary Therapies in Medicine. 19 gesunde Freiwillige absolvierten zwei Bedingungen: einen Saunagang von 25 Minuten und einen Test auf dem Fahrradergometer. Verglichen wurde jede Person mit sich selbst in beiden Bedingungen, nicht mit einer separaten Kontrollgruppe.

Gegenüber dem Ergometertest derselben Personen stiegen Blutdruck und Herzfrequenz während des Saunagangs auf ein Niveau, das etwa 100 Watt submaximaler Belastung entspricht. Unter den Ausgangswert fielen die Werte erst deutlich nach dem Ende des Gangs. Die Autoren folgern, dass ein Saunagang kardial als submaximale Belastung einzuordnen ist.

Die Stichprobe ist klein und bestand aus gesunden Teilnehmenden, nicht aus einer Risikogruppe. Die Messungen waren akut und sagen nichts über eine langfristige Anpassung. Wie Menschen mit Herzerkrankungen oder niedrigem Blutdruck reagieren, wurde nicht untersucht.

Der Befund korrigiert eine verbreitete Annahme: dass ein Saunagang den Blutdruck schon währenddessen senkt. Bei diesen Teilnehmenden geschah das Gegenteil, der Abfall kam erst danach. Die Studie beschreibt die akute Belastung eines Gangs; eine Fitnessschwelle für das Saunieren legt sie nicht fest, und eine ärztliche Einschätzung im Einzelfall ersetzt sie nicht.