Kohortenstudie · 2017

66 % geringeres Demenzrisiko bei 4 bis 7 Saunagängen statt einem

Männer mit 4 bis 7 Saunagängen pro Woche hatten ein um 66 % geringeres Demenzrisiko und ein um 65 % geringeres Alzheimer-Risiko als Männer mit einem Gang pro Woche. Adjustiert für neun Störfaktoren.

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Laukkanen und Kollegen werteten die Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) auf zwei Endpunkte aus: Demenz jeder Form und Alzheimer. Die prospektive Kohorte umfasste 2.315 Männer im Alter von 42 bis 60 Jahren, die zu Studienbeginn gesund waren, bei einer Nachbeobachtung von im Median 20,7 Jahren. Die Saunanutzung war in drei Gruppen eingeteilt: einmal, zwei- bis dreimal und vier- bis siebenmal pro Woche. Erschienen ist die Arbeit 2017 in Age and Ageing.

Bei vier- bis siebenmal wöchentlichem Saunieren lag die Hazard Ratio gegenüber einem Gang pro Woche bei 0,34 für Demenz und 0,35 für Alzheimer, also ein um 66 % beziehungsweise 65 % geringeres relatives Risiko. Gegenüber derselben Referenzgruppe gingen 2 bis 3 Gänge pro Woche mit einem um 21 % geringeren relativen Risiko einher. Adjustiert wurde für Alter, Alkoholkonsum, BMI, systolischen Blutdruck, Rauchstatus, Typ-2-Diabetes, vorangegangenen Herzinfarkt, Ruheherzfrequenz und LDL-Cholesterin.

Das Design ist beobachtend und umfasst nur Männer. Es zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache. Demenzdiagnosen über so lange Zeiträume sind fehleranfällig. Studienleiter Jari Laukkanen formuliert selbst vorsichtig: Sauna könnte mit Herz und Gedächtnis über ähnliche, bislang unzureichend verstandene Mechanismen zusammenhängen, und auch Entspannung und Wohlbefinden könnten eine Rolle spielen.

Die Autoren vermuten hinter den Herz- und den Gehirnbefunden einen gemeinsamen vaskulären Mechanismus, betonen aber, dass die Frage der Kausalität offen ist. Für die Praxis beschreiben die Zahlen Männer aus einer finnischen Kohorte, gemessen an wöchentlicher Nutzung und nicht an gar keiner. Dass Saunagänge beim Einzelnen einer Demenz vorbeugen, zeigen sie nicht.