Befragung · 2019

Befragung von 482 Saunagästen: Motive und Evidenz fallen auseinander

482 Saunanutzende aus 29 Ländern wurden nach ihren Motiven gefragt. Entgiftung nannten 83 %. Es ist eine der am schlechtesten belegten Aussagen des Feldes. 83,5 % berichteten von besserem Schlaf, meist über ein bis zwei Nächte.

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Joy Hussain, Ronda Greaves und Marc Cohen von der RMIT University in Melbourne und dem Murdoch Children's Research Institute führten den Global Sauna Survey durch; erschienen ist er 2019 in Complementary Therapies in Medicine. Die internationale Online-Querschnittsbefragung sammelte zwischen Oktober 2016 und Oktober 2017 insgesamt 482 gültige Antworten aus 29 Ländern. Die Stichprobe hatte sich selbst ausgewählt und war deutlich besser gebildet, gesünder und sportlicher als die Allgemeinbevölkerung: 81,8 % höher gebildet, 90,6 % Nichtraucher, 78,8 % regelmäßig sportlich aktiv.

Entspannung und Stressreduktion waren das meistgenannte Motiv, gefolgt von Schmerzlinderung mit 88 %, Geselligkeit mit 85 % und Durchblutung mit 85 %. Entgiftung nannten 83 % als Motiv, obwohl sie zu den am schlechtesten belegten Aussagen des Feldes gehört; die Befragung erfasst die Annahme, keinen Effekt. Besseren Schlaf, in der Regel für ein bis zwei Nächte, gaben 83,5 % an. Wer 5 bis 15 Mal im Monat saunierte, berichtete höhere Werte für mentales Wohlbefinden als seltenere Nutzende. Die berichteten Nebenwirkungen waren mild, vor allem Schwindel und Dehydrierung. Kardiovaskuläre Gründe nannten nur wenige.

Alle Angaben sind Selbstauskunft, das Design ist ein Querschnitt, und die Teilnehmenden haben sich selbst ausgewählt. Ein Vergleich mit Nichtnutzenden fehlt, der Befund zum Wohlbefinden vergleicht nur häufigere mit selteneren Nutzenden. Kontrollierte Schlafstudien mit Polysomnographie fehlen weitgehend.

Die Befragung beschreibt Motive, keine Wirkungen. Ihr wichtigster Befund ist die Lücke zwischen dem, was Nutzende glauben, und dem, was belegt ist, und die Schlafangaben sind Berichte der Befragten, keine gemessene Verbesserung.