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Edzard Ernst und Kollegen von der Universität Wien führten mit 50 Freiwilligen in Österreich eine kontrollierte prospektive Studie durch; erschienen ist sie 1990 in Annals of Medicine. Über sechs Monate saunierten 25 Personen regelmäßig, 25 verzichteten auf Sauna und vergleichbare Anwendungen. In beiden Gruppen wurden Häufigkeit, Dauer und Schwere von Erkältungen erfasst. Ernst wurde später als Kritiker unbelegter Komplementärmedizin bekannt.
Gegenüber der Gruppe, die vollständig auf die Sauna verzichtete, hatte die Saunagruppe signifikant weniger Erkältungsepisoden. Am deutlichsten war der Unterschied in den letzten drei Monaten, in denen die Häufigkeit etwa halbiert war. Dauer und Schwere der Erkältungen unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht. Es ist eine der wenigen Studien, in denen die Vergleichsgruppe gar nicht saunierte.
Die Studie ist mit 50 Personen klein und stammt von 1990. Es gab keine Verblindung, und die Teilnehmenden protokollierten ihre Symptome selbst. Die Autoren schlossen, dass weitere Studien nötig seien, um die Hypothese zu belegen.
Zwei Details sind wichtiger als die Schlagzeile. Saunieren ging nicht mit kürzeren oder milderen Erkältungen einher, nur mit selteneren. Und der Unterschied zeigte sich erst nach rund drei Monaten, die Daten liefern also keine Grundlage für die Sauna als Akutmaßnahme. Mit 50 Teilnehmenden ist das Ergebnis ein Hinweis für weitere Forschung, kein gesicherter Befund.