Interventionsstudie · 2016

Sauna, danach Kaltwasser: von stabilen Herzpatienten vertragen

Universitätsspital Bern. 37 Männer um 61 Jahre durchliefen zwei Saunagänge bei 80 Grad und danach eine Immersion bis zum Hals in 12 Grad kaltem Wasser: 12 mit chronischer Herzinsuffizienz, 13 mit koronarer Herzkrankheit, 12 Kontrollen. Die Sequenz wurde von allen vertragen, ohne überschießende adrenerge Aktivität und ohne komplexe Rhythmusstörungen. Die Herzratenvariabilität zeigt einen akuten sympathischen Verschiebungseffekt, keine trainierte Anpassung.

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Radtke und Kollegen vom Inselspital und der Universität Bern maßen die akute Reaktion auf eine feste Abfolge, erschienen 2016 im European Journal of Preventive Cardiology: 2 aufeinanderfolgende finnische Saunagänge bei 80 Grad, anschließend ein Bad bis zum Hals in Wasser von 12 Grad. Die Modalität ist Sauna mit anschließendem Kaltwasserbad. 37 Männer nahmen unter ärztlicher Aufsicht in drei Gruppen teil: 12 mit chronischer Herzinsuffizienz, im Mittel 61,8 Jahre, 13 mit koronarer Herzkrankheit, im Mittel 61,2 Jahre, und 12 Kontrollpersonen ohne Herzerkrankung, im Mittel 60,9 Jahre.

Herzzeitvolumen und Herzfrequenz stiegen in allen Gruppen nach Sauna und Kaltwasser an, außer in der Gruppe mit koronarer Herzkrankheit nach dem Saunagang. Der systolische Blutdruck fiel während der Sauna in jeder Gruppe, am tiefsten nach 6 Minuten, und das kalte Wasser hob ihn wieder an. Gegenüber den Kontrollpersonen zeigte die Gruppe mit Herzinsuffizienz ähnliche hämodynamische Veränderungen, und weder eine überschießende adrenerge Aktivität noch komplexe Rhythmusstörungen traten auf. Das sympathovagale Verhältnis aus der Herzratenvariabilität blieb bei Herzinsuffizienz unverändert, bei koronarer Herzkrankheit und in der Kontrollgruppe stieg es nach dem ersten Saunagang und blieb länger erhöht.

Die Studie umfasst nur Männer, drei kleine Gruppen von 12 bis 13 Personen, in einer einzigen beaufsichtigten Sitzung mit medizinisch stabilen Patienten. Es gibt keine Nachbeobachtung und keine Aussage dazu, was regelmäßige Wiederholung bewirkt. Die Daten zur Herzratenvariabilität beschreiben die Reaktion auf diese eine Sitzung.

Der Befund ist ein Verträglichkeitsbefund für stabile Patienten unter Aufsicht und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Die verbreitete Behauptung, Kontrast trainiere das autonome Nervensystem, stützt er ebenfalls nicht: Er zeigt eine akute sympathische Verschiebung, keine dauerhafte Anpassung.