Systematisches Review · 2013

Wechselbad besser als Ausruhen, nicht besser als andere Maßnahmen

Die Datenbasis für das Wechselbad. 18 kontrollierte Studien mit 356 Personen, Kaltwasser 8 bis 15 Grad, Warmwasser 35,5 bis 45 Grad, Kaltphase meist 1 Minute, Warmphase 1 bis 3 Minuten, Sitzung 6 bis 24 Minuten, überwiegend endend mit kalt. Gegen passives Ausruhen schneidet das Wechselbad an allen fünf Messzeitpunkten besser ab, bei Muskelkater und bei Kraftverlust. Gegen Kaltwasser allein, Warmwasser, Kompression, aktive Erholung und Dehnen zeigt sich kaum ein Unterschied. Alle 18 Studien tragen ein hohes Verzerrungsrisiko.

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Bieuzen, Bleakley und Costello erstellten ein systematisches Review mit Meta-Analyse zum Wechselbad nach belastungsbedingtem Muskelschaden, erschienen 2013 in PLoS ONE. Die Modalität ist ein Wechsel aus Warm- und Kaltwasserimmersion, keine Sauna. Die Suche reichte bis Februar 2013. 18 kontrollierte Studien erfüllten die Kriterien, aus 13 ließen sich Daten poolen, mit 356 gesunden Teilnehmenden, 301 Männern und 55 Frauen, im Mittel 19 je Studie. Das Kaltwasser lag zwischen 8 und 15 Grad, im Mittel 11,1, das Warmwasser zwischen 35,5 und 45 Grad, im Mittel 39,3. Die Kaltphase dauerte bis auf eine Ausnahme 1 Minute, die Warmphase 1 bis 3 Minuten, die Sitzung 6 bis 24 Minuten, und die meisten Protokolle endeten kalt.

Gegenüber passiver Erholung fiel der Muskelkater an allen fünf Zeitpunkten geringer aus, mit standardisierten Mittelwertdifferenzen von 0,62 unter 6 Stunden, 0,51 nach 24, 0,58 nach 48, 0,40 nach 72 und 1,21 nach über 96 Stunden. Gegenüber derselben passiven Erholung fiel auch der Kraftverlust geringer aus, mit Differenzen von 0,95, 0,75, 0,56, 0,62 und 1,38 in dieser Reihenfolge. Gegen Kaltwasser allein zeigte sich beim Muskelkater zu keinem Zeitpunkt ein belastbarer Unterschied, gegen Warmwasser allein schnitt das Wechselbad nach 24 und 96 Stunden besser ab, gegen aktive Erholung, Kompression und Dehnen ergab sich kaum oder kein Unterschied.

Jede der 18 Studien wurde mit hohem Verzerrungsrisiko bewertet. Das Randomisierungsverfahren ist in 3 beschrieben, eine ausreichend verdeckte Zuteilung in 2, keine Studie verblindete Teilnehmende oder Behandelnde, und nur 1 erhob die Zielgrößen verblindet. Zielgrößen sind Muskelkater und kurzfristiger Kraftverlust nach künstlich ausgelöstem Muskelschaden, nicht Gesundheit und nicht Leistungsentwicklung.

Der Vergleich gehört zum Ergebnis: besser als Nichtstun, nicht besser als andere gängige Maßnahmen. Die Autoren halten die Effektgrößen vor allem für den Leistungssport für relevant, und auf die finnische Sauna mit Tauchbecken lassen sich die Befunde nicht übertragen.