Short read
Podstawski und Kollegen von mehreren polnischen Hochschulen veröffentlichten die Studie 2024 in Frontiers in Public Health. Teilnehmerinnen waren 22 Studentinnen zwischen 18 und 27 Jahren, die erst ein- bis dreimal im Leben in einer Sauna waren. Jede saß 20 Minuten in derselben Trockensauna bei 80 Grad und 14 bis 16 % Luftfeuchte und eine Woche später 20 Minuten bei 120 Grad und 12 bis 14 %, danach jeweils 6 Minuten Erholung mit 1 Minute in kaltem Wasser.
Gegenüber dem Gang bei 80 Grad, bei dem niemand in Ohnmacht fiel, verloren bei 120 Grad 3 der 22 Frauen nach rund 18:30 Minuten das Bewusstsein und mussten vor Ende hinaus. Erbrechen und Verwirrtheit gingen voraus und waren die stärksten Prädiktoren. Die Herzfrequenz stieg bei 80 Grad von 79,27 auf 114,23 Schläge pro Minute und bei 120 Grad von 82,68 auf 120,95, ein Unterschied zwischen den Gängen, der nicht signifikant war. Bei 80 Grad sank der Blutdruck und die Stimmung besserte sich, bei 120 Grad verschlechterte sie sich.
Die Stichprobe ist klein und bestand nur aus jungen Frauen. Die Reihenfolge war fest, erst 80, dann 120 Grad, und nicht zufällig. 120 Grad liegt weit über üblichen Saunatemperaturen, die Studie vergleicht also eine übliche mit einer extremen Bedingung. Wo in der Kabine die Frauen saßen, gibt sie nicht an.
Es ist die einzige Studie in diesem Bestand an Menschen fast ohne Saunaerfahrung. Sie zeigt, dass extreme Hitze Ungeübte kurz vor Ende eines Gangs in die Ohnmacht bringen kann. Die Autoren halten 80 Grad für geeignet bei Frauen, die nur gelegentlich saunieren; das ist ihre Lesart von 22 Teilnehmerinnen, keine allgemeine Regel für Einsteiger.